MUSIKOLOGIE
Vortrag auf Französisch von Prof. Dr. Louis Delpech:
Wie lässt sich die Geschichte der musikalischen Erinnerung schreiben?
Mo. 02.11. I 18.00 Uhr
Folkwang Universität der Künste
Während die moderne Kognitions- und Neuropsychologie die erhebliche Resilienz musikbezogener Gedächtnisinhalte insbesondere im Kontext neurodegenerativer Pathologien empirisch bestätigt, steht eine musikhistorische Untersuchung dieses Themenkomplexes noch aus. In diesem Vortrag sollen die grundlegende Transformation der Theorien und Praktiken des musikalischen Erinnerns im langen 19. Jahrhundert in Europa beleuchtet werden. Dabei soll die Frage nach den Quellen und Methoden einer Geschichte der musikalischen Erinnerung im Mittelpunkt stehen. Auf Basis bislang unberücksichtigter Verflechtungen zwischen Kunst, Technik und Wissenschaft wird die musikalische Erinnerung an der Schwelle zur Moderne aus musikhistorischer Perspektive untersucht. Ziel ist es, den Beitrag der historischen Musikwissenschaft zu aktuellen Debatten über Gedächtnis und Erinnerung zu skizzieren und ihre Rolle bei der Überbrückung der Kluft zwischen kulturwissenschaftlicher und kognitiver Gedächtnisforschung zu erörtern.
Louis Delpech ist seit 2023 Professor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der europäischen Musikgeschichte der Frühen Neuzeit und der Moderne, mit einem besonderen Fokus auf Migrationsgeschichte und Gedächtnisforschung. Er wurde unter anderem mit dem Buchpreis des französischen Rundfunks (2021) und den Conrad Ferdinand Meyer Preis (2022) ausgezeichnet.
INFORMATIONEN
Veranstaltung auf Französisch
Ort: Folkwang Universität der Künste, Klemensborn 39, 45239 Essen (Werden); Hörsaal (W110)
Anmeldung empfohlen mit dem Formular unten oder telefonisch unter 0201 8842325 oder per E-Mail an dfkz@stadtbibliothek.essen.de
Entritt frei
Bild: Prof. Louis Delpech © Christina Körte
IN ZUSAMMENARBEIT MIT

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