KUNST
Fotoausstellung Lost & Found von Anne-Charlotte Moulard und Laura Pecoroni
Fr. 11.09. – Mo. 05.10.
Kunsthaus Essen
Das Deutsch-Französische Kulturzentrum Essen e.V. und DIAPHANE - pôle photographique en Hauts-de-France laden Sie herzlich ins Kunsthaus Essen ein, um Ihnen die Ergebnisse des deutsch-französischen Austausch-Residenzprojekts der Fotografinnen Anne-Charlotte Moulard und Laura Pecoroni zu präsentieren.
Ausstellung im Rahmen des deutsch-französischen Künstlerresidenzprojekts zwischen den Partnerregionen Hauts-de-France und Nordrhein-Westfalen unter der Schirmherrschaft von Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen
Bilder: Cruel summer @ Laura Pecoroni ; Das Kino des Lebens @ Anne-Charlotte Moulard
INFORMATIONEN
Ort: Kunsthaus Essen, Rübezahlstraße 33, 45134 Essen
Eintritt frei
Anmeldung empfohlen mit dem Formular unten oder telefonisch unter 0201 8842325 oder per E-Mail an dfkz@stadtbibliothek.essen.de
Öffnungszeiten nach der Eröffnung: Mo., Do. und Fr. 16:00 - 20:00 Uhr; Sa. 12:00 – 16:00 Uhr
Führungen auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung möglich unter dfkz@stadtbibliothek.essen.de
DAS PROJEKT
Das Projekt entstand im Jahr 2023 im Rahmen eines Workshops im Kunsthaus Essen mit Expert*innen aus der Fotoszene der Partnerregionen Hauts-de-France und Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam legten wir den Grundstein für unsere deutsch-französische Künstlerresidenz. Das Jahr 2024 stand ganz in Zeichen der Projektfinanzierung. 2025 veröffentlichten das Kulturzentrum und DIAPHANE eine Ausschreibung und beriefen eine deutsch-französische Fachjury. Aus dem Prozess gingen schließlich die Bewerbungen von Anne-Charlotte Moulard und Laura Pecoroni hervor. Ihre Portfolios wurden Ende desselben Jahres in der jeweiligen Gastregion ausgestellt. 2026 arbeiteten die beiden Fotografinnen im Rahmen ihrer Residenz in Essen (Kunsthaus) beziehungsweise in Clermont (Maison DIAPHANE). Von dort aus erkundeten sie ihre jeweilige Umgebung und setzten sich mit den Besonderheiten bislang unerforschter Gebiete auseinander.
Sich in der Fremde mit den vorgefundenen Gegebenheiten auseinanderzusetzen, gehört zu den maßgeblichen Charakteristika einer künstlerischen Residenz. Unabhängig voneinander haben beide Künstlerinnen auf ihren Feldforschungen etwas beobachtet: Verlust. Während Anne-Charlotte Moulard sich mit der Bedrohung der Film- und Kino-Kultur und dem Sterben lokaler Kinos auseinander gesetzt hat, hat Laura Pecoroni in einer der extremsten Hitzewellen des Sommers 2026 den drohenden Verlust von Natur unter dem Zeichen des Klimawandels vorfinden müssen. Vor dem Hintergrund dieser Verlustgeschichten wird das aufmerksame Beobachten, das fotografische Festhalten und das künstlerische Sichtbarmachen zum Werkzeug, um dem Verlieren das Finden gegenüberzustellen: Lost & Found.
DIE FOROGRAFINNEN
Laura Pecoronis Arbeiten untersuchen Orte und Landschaften, denen oftmals kein System mehr auferlegt ist. In diesen Zwischenräumen scheint der Mensch auf den ersten Blick abwesend zu sein. Hinterlassenschaften widerlegen diese Annahme und werden zu Fragmenten einer Welt, in der wir uns alle bewegen und unsere Spuren hinterlassen.
Ihre Residenz in der Hauts-de-France Region (Clermont, Oise) war überwiegend von der extremen Hitzewelle geprägt. Sie verwarf ihre gewohnte Arbeitsweise, verlagerte ihren Tagesrhythmus in die frühen Morgen- und späten Abendstunden und beschränkte ihre Wege auf die unmittelbare Umgebung ihres Aufenthaltsortes. Die Fragestellung, wie sich eine so extreme Hitzewelle in fotografische Bilder übersetzen lässt, gab den Anstoß für die Arbeit Cruel Summer.
Laura Pecoroni (*1995, Heidelberg) lebt und arbeitet in Essen und Heidelberg. Sie ist gelernte Grafikerin (2014) und studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule Mannheim (2021). Derzeit studiert sie an der Folkwang Universität der Künste im Masterstudiengang Photography Studies and Practice (seit 2022). Ihre Fotografie versteht sie als Prozess, der sich im ständigen Wandel befindet.
Anne-Charlotte Moulard ist eine Künstlerin und Regisseurin, deren Arbeit die Grenzen zwischen Fotografie, Film und Dokumentarfilm erkundet. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie unsere Emotionen und Erinnerungen unsere Wahrnehmung der Welt prägen. Ihre bunten und kontrastreichen Bilder spiegeln ihre Vorliebe für traumhafte Welten wider. Sie wurde in Paris und London ausgebildet (Penninghen, Les Gobelins, Central Saint Martins und ENS Louis-Lumière) und entwickelt seit fast zwanzig Jahren einen eigenen künstlerischen Ansatz, parallel zu ihren Auftragsarbeiten für renommierte Marken und Institutionen.
Für ihre Residenz in Essen ließ sich die Künstlerin von der engen Verbindung der Stadt zu den Essener Filmkunsttheatern inspirieren und betrachtete das Kino als ein Theater des Alltags, auf dessen Bühne die Zuschauer zu Protagonisten werden. Die Innenräume der Kinos werden fotografisch festgehalten, die Zuschauer interviewt, während die gefilmten Aufnahmen im Außenraum die Stadt in einen fiktionalen Spielort verwandeln. Diese „mise en abyme“ spiegelt sich in den in der Ausstellung präsentierten Arbeiten (Das Kino des Lebens) wider.
Das Kulturzentrum möchte sich ganz herzlich bei Stefanie Grebe (Ruhr Museum) und Peter Miller (Folkwang Universität der Künste) bedanken, ohne deren persönliches Engagement die Residenz niemals zustande gekommen wäre.
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